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4K Videoschnitt: Flüssiges Schneiden, auch auf schwachen Rechnern

Lesedauer:
5 Minuten

Die Auflösungen der Videos werden immer knackiger, wenn man an 4K oder 8K denkt. Nicht nur teure Filmkameras liefern heutzutage schon eine prachtvolle Qualität, sondern auch DSLRs, Kompaktkameras und sogar Smartphones halten gut mit. Heute ist bei aktuellen Smartphone-Kameras eine Auflösung von 3840×2160 Pixel – also 4K Ultra HD – keine Seltenheit mehr. Doch dies erfordert für das Aufnahmegerät nicht nur Höchstleistung, erhöhten Akkuverschleiß und stetig große Datenverarbeitung, sondern auf älteren und schwächeren PCs kann der 4K-Videoschnitt mühsam und nervenaufreibend werden – vor allem wenn es letztendlich um 4K-Videos mit hohen Bildraten jenseits von 50 fps geht. Aber sei beruhigt, denn auch für dieses Problem gibt es eine Lösung, ohne dass man sich gleich einen High-End-Rechner für mehrere tausend Euros kaufen muss.

Ganz genau. Proxys werden überall und von jedem Cutter, der ab Ultra HD aufwärts schneidet, verwendet. Wie bereits weiter oben erwähnt, werden in diesem Beitrag die Vorgehensweisen für Premiere Pro von Adobe und DaVinci Resolve von Blackmagic Design vorgestellt. Für die Final Cut User gibt es ein hervorragendes Tutorial im YouTube-Kanal von FullFilm.

Aber was sind Proxys eigentlich und was machen sie?

Beim Proxyschnitt werden große Videodateien in kleinere Dateien umgewandelt (z.B. 540p), um ruckelfrei schneiden zu können. Exportiert man das fertige Video, ersetzt das Programm die kleinen Dateien durch die Videos in voller Auflösung (z.B. 4K). Der Proxyschnitt erzeugt beim Import des Filmmaterials kleinere Proxy-Filmdateien, welche im gesamten Prozess der Postproduktion genutzt werden. Das Bearbeiten, Schneiden und Hinzufügen von Effekten erfolgt mit diesen Vorschaudateien sehr performant. Beim Export des fertigen Videos verwendet das Schnittprogramm wieder die großen Originaldateien und überträgt die gesamte Bearbeitung darauf. Das Ergebnis ist verblüffend, denn es entsteht eine neue Filmdatei mit all deinen Bearbeitungen und in der gewünschten Qualität.

  1. Zieh deine Mediendateien bzw. Videos die du schneiden möchtest, wie gewohnt in der originalen Auflösung (z.B. 4K) in das Medienfenster von Premiere Pro bzw. bei DaVinci im “Edit”-Modus.
  2. Als Nächstes würde man das Video mit einem Doppelklick grob zuschneiden und dieses nach dem Setzen vom In- und Outpoint in die Timeline ziehen. Bevor du das machst, erstelle gleich mal eine Proxy-Datei, also eine Videodatei in geringerer Auflösung. Dazu klicke in Premiere Pro mit der rechten Maustaste auf das Video und wähle “Proxy” -> “Proxys erstellen…”. Bei DaVinci heißt der Befehl “Generate Proxy Media”.
  3. Im darauffolgenden Pop-Up-Fenster wollen die Programme von dir wissen, in welcher Qualität und an welchem Dateipfad das Proxyfile für dich erstellt und gespeichert werden soll. Für Windows-Nutzer empfiehlt sich das Format “QuickTime” mit der Vorgabe “CineForm Low Resolution Proxy” und für die Mac-User unter euch ist ebenfalls das Format “QuickTime”, aber mit der Vorgabe “ProRes Low Resolution Proxy” empfehlenswert. Bei der Auswahl des Dateipfades empfehlen wir aus eigener Erfahrung, die Option “Bei Originalmedien in Proxy-Ordner” (Premiere Pro) auszuwählen. Die zweite Variante mit einem abweichenden Dateipfad hat bei Premiere Pro schon des Öfteren für Verwirrung gesorgt und die Proxydatei wird im schlimmsten Fall von Premiere Pro nicht mehr gefunden. Das ist scheinbar ein Software-Problem seitens Adobe, das leider schon jahrelang besteht. In DaVinci befindet sich am rechten unteren Bildschirmrand ein kleines Zahnradsymbol. In diesem Einstellungsfenster kann unter “Optimized Media and Render Cache” die Vorgabe gleich wie in Premiere Pro ausgewählt werden.
  4. Nach einem Klick auf “OK” öffnet sich der Adobe Media Encoder. Bei DaVinci wird die Proxydatei programmintern erstellt, also ohne Zusatzprogramm. Dein Video wird nun automatisch in das vorher ausgewählte Format in eine niedrigere Auflösung umgewandelt bzw. neu gerendert und in einem eigenen Ordner deines Zielpfades gespeichert. Dieser Ordner wird automatisch erstellt und trägt den Namen “Proxys”. Hier bitte weder den Dateipfad, noch den Namen des Ordners im Nachhinein ändern, da ansonsten Premiere Pro bzw. DaVinci die Quelle und somit die Verknüpfung zum Proxy verliert.
  5. Nach Abschluss des Rendervorgangs, erscheint im Medienfenster von Premiere Pro beim Video ein kleines blaues Icon mit einem Rechteck und zwei Pfeile. Das bedeutet, Premiere Pro hat die Proxydatei erfolgreich mit deinem originalen hochauflösenden Video verknüpft. Ab jetzt wird immer das Proxy für die weitere Bearbeitung verwendet.
  6. Ein ganz wichtiger Schritt in Premiere Pro: Im unteren Bereich des Schnittfensters, wo der Play- und Stop-Button usw. zu finden sind, muss das gleiche Icon wie bei Punkt 5 beschrieben, aktiviert werden. Ist dieses vorerst nicht zu sehen, klicke auf den “+”-Button im Bedienfeld und ziehe das Icon “Proxys ein/aus” auf die gewünschte Stelle.
  7. Nach Aktivierung dieser Funktion wird nur noch die geringe Auflösung (540p) für den Schnitt verwendet und einem flüssigen Workflow steht nichts mehr im Wege. Wenn du dein fertiges Video dann exportierst bzw. renderst, wird die originale hochauflösende Version verwendet (z.B. 4K).

Noch ein kleiner Tipp am Rande

Achte immer darauf, dass du die passende Bitrate für den jeweiligen Verwendungszwecks deines Videos beim Export wählst und den Haken bei “Maximale Render-Qualität verwenden” setzt. So erhältst du die höchstmögliche Qualität für dein 4K-Video und die Betrachter deines Videos werden dir dankbar sein. Welche Bitrate bei deiner eingestellten Framerate für die optimale Wiedergabe verwendet werden soll, findest du beim Google Support. In dieser Tabelle ist eine perfekte Übersicht aufgestellt.

Auch das ist theoretisch fürs Auge des Betrachters ganz einfach möglich, indem du ein 4K-Video schneidest und beim Export die Breite und Höhe des Videos proportional veränderst. Standardmäßig hat 4K eine Auflösung von 3840×2160 Pixel. Ändere diese Abmessung proportional auf 1920×1080 Pixel, das ist Full HD. Im Endeffekt erhältst du dann zwar nur ein Full HD Video, aber die Qualität ist trotzdem wesentlich besser, da das Video verkleinert wurde und die Pixeldichte somit größer ist.

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